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Von Aldenueva bin ich nach Fuenterroble de Salvatierra gegangen.
Es war eine sehr angenehme Etappe von 43 km, auf schönen Wegen,
so dass es mir nicht so lang vorkam. In Fuenterroble bin ich sehr
herzlich von dem Pfarrer Don Las empfangen worden. Er gehört
auch zu dem kleinen Personenkreis, die weit über den Camino hinaus
bekannt sind.
Bevor ich ging, gab er mir noch einen Tipp für die Übernachtung
in Santa Crolla - mehr dazu später. Von Fuenterroble wollte
ich eigentlich nach San Pedro de Rozados gehen, doch die dortige
Herberge war in einem unbeschreiblichen Zustand: in jedem Mülleimer
Spaniens hätte es sauberer ausgesehen. Also bin ich noch bis
Salamanca weitergegangen. Aus den geplanten 30 km bis San Pedro
sind so 55 bis Salamanca geworden - wo ich am späten Nachmittag
angekommen bin. Salamanca ist eine tolle Stadt, besonders wenn man
am frühen Morgen auf der zu dieser Zeit noch völlig leeren
Plaza Major sitzt und zusehen kann, wie die Stadt langsam wieder
zu neuem Leben.
Ich hatte mir vor der Reise vorgenommen Andis Tagesrekord von 63
km zu brechen. Nachdem ich einige Zeit unterwegs war, war für
mich klar, dass die beste Etappe hierfür die von Salamanca
nach Zamora ist. In Salamanca konnte ich alles kaufen, was ich noch
brauchte und in Zamora gibt es ein Krankenhaus, dass ich aber glücklicherweise
nicht brauchte. Meine Tagesetappe betrug 68 km. Damit bin ich jetzt
der Rekordhalter.
Zamora ist eine Stadt, die mir nicht sehr gefallen hat. Ich kann
nicht sagen warum, aber ich habe mich dort nicht richtig wohl gefühlt.
Am nächsten Morgen wollte ich früh nach Granja de Moreruela
aufbrechen. Das frühe Aufbrechen klappte auch, aber aus Moreruela
wurde es nichts. Die Herberge war derart dreckig, dass ich mich
entschied, zu einem nahe gelegenen Hostal zu laufen. Damit war auch
diese Etappe wieder 45 km lang. In Moruela gabelt sich der Weg.
Rechts geht es nach Astorga, um auf den Camino Frances zu stoßen,
links über Ourense nach Santiago. Doch bis Ourense sollte es
noch ein weiter Weg werden.
Am 6.7. bin ich vom Hostal weiter nach Tabara gegangen. Dort traf
ich in der sehr schönen Herberge Stefan, ein Deutscher aus
der Nähe von Ulm. Stefan ist ein sehr netter, 58 Jahre alter
Mann, der ein Buch über Menschen im allgemeinen und ihre inneren
Werte im besonderen schreiben möchte. Abends haben wir noch
gut zusammen gegessen. In der Nacht hat Stefan dann aber derart
laut geschnarcht, dass ich kaum schlafen konnte - so dass ich nach
einiger Zeit nach draußen gegangen bin. Stefan war so laut,
dass ich ihn auch dort noch gut gehört habe. Nachdem ich in
der Nacht so gut wie gar nicht geschlafen hatte, bin ich frühmorgens
nach Santa Croya de Tera aufgebrochen. Santa Croya ist ein sehr
schönes, am Fluss Tera gelegenes Dorf. In meinem Führer
hatte ich gelesen, dass die dortige Herberge gut sein sollte. Aber
das sie so gut ist, hätte ich mir nie träumen lassen!
Als ich ankam wurde ich sehr freundlich von Anita und Domingo,
den Herbergseltern, empfangen. Die beiden führten mich durch
das Haus und zeigten mir alles - wo der Wein steht wurde mir gleich
mehrfach gesagt. Später kamen noch Walter und Edeltraud aus
Deutschland, wovon ich nicht allzu begeistert war. Aber wir haben
in getrennten Räumen schlafen, so dass die beiden noch zu ertragen
waren. Mittags bekam ich ein hervorragendes Essen vorgesetzt, zubereitet
von Anita und serviert von ihrer Tochter Conchita, genannt Conchi.
Domingo, ihr Vater, ist 60 Jahre alt. Sein Frau Anita ist 3 Jahre
jünger und ihre jüngste Tochter Conchi ist ein halbes
Jahr jünger als ich, also 17. Nachdem ich mit den dreien einen
wunderschönen halben Tag verbracht hatte, entschied ich mich,
noch einen Tag zu bleiben.
Am nächsten Morgen konnte ich ausschlafen und bekam dann ein
sehr leckeres Frühstück: getoastetes Brot, Marmelade und
Milchkaffee (cafe con leche). Am Tag habe ich sehr viel gelesen,
bis es nichts mehr auf deutsch oder englisch im Haus gab, dass ich
nicht kannte. Mittags gab es wieder ein leckeres Essen und am Nachmittag
kamen Michael und Katharina aus der Schweiz in die Herberge. Zusammen
mit Anita und Domingo, die beide auch deutsch sprechen, haben wir
uns über die Qualität der Herbergen unterhalten. Dabei
stellte sich heraus, dass z. B. eine Herberge, die noch vor einem
Monat sehr dreckig war, jetzt vorbildlich sauber und gepflegt war;
und sich zwei andere Herbergen leider zum Gegenteil entwickelt hatten.
Domingo sagte mir noch, dass die Herbergen in Galizien sehr gut
seien; was bisher auch stimmte. Am Abend habe ich nicht im Pilgerbereich
gegessen, sondern mit der Familie und ihren Verwandten in der Wohnung
- was sehr schön war. Ich hatte es sogar geschafft Conchi zu
animieren mal ihr Englisch einzusetzen, welches gar nicht so schlecht
war, wie sie eigentlich glaubte. Nach einem langen und wunderschönen
Abend entschied ich mich, noch einen Tag zu bleiben.
An diesem Tag ist Domingo mit mir in der Gegend herum gefahren
und hat mir alles Sehenswerte gezeigt. Wir sind auf den höchsten
Berg in der Umgebung geklettert, haben römische und keltische
Ruinen besichtigt und haben in mehreren Bars Rast gemacht. Abends
habe ich wieder mit der ganzen Familie zusammen gegessen. Der Sohn
der Familie war inzwischen auch angekommen, so dass wir noch einer
mehr waren.
Das war's erstmal. Der Rest kommt morgen
Tim
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